Geschichte

Das Jagdschloss Quitzin wurde an uralter Siedlungsstelle auf einem Gewölbe aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Hier stand eine alte Burganlage, die von einem Wassergraben umgeben war. Das 1607 gebaute Renaissancehaus der Grafen Küssow wurde im 18. Jahrhundert zum barocken Jagdschloss erweitert. Es liegt nach Auflösung des Barockparks heute in einem romantischen Landschaftspark.

Das Geschlecht der Grafen Küssow ist eng mit der Geschichte Pommerns verbunden. Die Familie erzog und beriet die pommerschen Herzöge und beteiligte sich aktiv am diplomatischen Dienst unter den Schweden und dem Kaiser am politischen Geschehen Europas.

Quitzin beherbergte deshalb immer wieder auch den schwedischen König Karl XII, wenn er Vorpommern einen Besuch abstattete, auf der Durchreise war, oder hier auf die Jagd ging. Die Familie von Küssow starb mit dem Tod von Ludwig Julius Erasmus 1824 im Mannesstamm aus.

Von den Erben erwarb der preußische Kammerherr Werner v. Veltheim die Güter Quitzin und Rolofshagen.

Ihm folgten seine Söhne Franz und ab 1921 Burghard v. Veltheim aus Schönfließ.

Burghard v. Veltheim

Elisabeth v. Veltheim,

geb. v. Alvensleben

 

Trotz aktiver Teilnahme am deutschen Wiederstand, mehrerer Verhaftungen, Beobachtung durch die GESTAPO und Ausweisung durch die SS in den letzten Kriegstagen konnte er seinen Besitz in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg nicht weiter bewirtschaften. Er blieb seines ganzen Vermögens beraubt.

Das Jagdschloss Quitzin diente in den ersten Jahren als Flüchtlingslager. Der heutige Jagdsaal wurde für Feierlichkeiten des Dorfes, die kleine Bibliothek als Bar genutzt.
1972 belegte die Zivilverteidigung die Hälfte des Hauses und nutzte es als Lager. Die ZV ließ zu diesem Zweck das alte Mansarddach abtragen und durch ein Wellasbest-Walmdach mit Brettbindern ersetzen. Die Fenster wurden entweder zugemauert oder mit starken Eisengittern zum Schutz vor Diebstahl gesichert. Stuckarbeiten an der Außenfassade, sowie in der "Belle Etage" wurden aus idiologischen Gründen entfernt.

Kurz vor der Wende pflanzte die Forstverwaltung auch noch den Park als "Wald" mit Fichten, Erlen und Lärchen zu. Die 150 Jahre alte Kastanienallee, die auf das Haus zuführte, wurde abgeholzt, weil die Dorfbewohner "herabfallende Äste" fürchteten. Ebenso wurde ein alter Eiskeller - ehemals frühdeutscher Turmhügel - von einem Nachbarn einplaniert.

In der Wendezeit bot der damalige Bürgermeister die Ruine der Tochter des letzten Besitzers zum Kauf an. Mit entsprechenden Sanierungsauflagen erwarb es schließlich der Enkel Burghard Rübcke von Veltheim.
Mit seiner Frau Friederike, geb. Freiin von Blomberg, und den Kindern Amelie-Alexandra, Friedrich, Julius und Benedikt bewirtschaftet er heute wieder einen großen Teil des alten Betriebes, den er von Siedlern und der BVVG (staatliche Verwertungsgesellschaft für Ländereien) zurückpachten und kaufen konnte.

Nach über 25-jähriger harter aber liebevoller Aufbauarbeit der Familie Rübcke von Veltheim ist das Jagdschloss nun größtenteils gerettet und wieder ein Kleinod Vorpommerns geworden. 2 Räume im ersten Stock mit wundervollen Stuckdecken und die beiden Kavaliershäuser rechts und links des Schlosses warten noch auf die vollständige Restaurierung.

Hier in Quitzin entstand nicht nur der Lebensmittelpunkt der sechsköpfigen Familie, sondern auch ein B&B Hotel  mit geräumigen, stilvollen Appartements. Gemütliche Ferienwohnungen füllen die alten Gutskaten mit neuem Leben und im ehemaligen Ackerpferdestall kann gefeiert werden. Dort entstand die Festscheune, besonders beliebt für HochzeitsfeiernIm Giebel der Festscheune entstand ebenfalls  eine geräumige Ferienwohnung .
Der Hausherr ist Pfarrer a. D., mit Predigtauftrag für die Schlosskapelle aus dem Jahre 1614.

Als Landwirtschaftsmeister führt er den Gutsbetrieb und kümmert sich seit vielen Jahren als ehrenamtlicher Bürgermeister um die Belange der Gemeinde Splietsdorf, zu der neben den Dörfern Vorland, Splietsdorf, Müggenwalde und Holthof auch das verträumte kleine Gutsdorf Quitzin gehört.

"Narren hasten,

Kluge warten,

Weise gehen

in den Garten..."